
GAZELLE L'Eroica
Stählerne GAZELLE
GAZELLE mit Geschichte

Baujahr 1984
Zahlreiche Radreisen in Europa
Langfahrten :
1984 Ruhrgebiet - Nordkap - Ruhrgebiet
1985 Trans Canada Highway 1 (Atlantik --> Pazifik)
2001 letzter Einsatz - Irland (alles im Originalzustand)


Ergebnis echter Handarbeit mit 531er Reynolds-Rohr


Vielleicht der erste, aber mit Sicherheit einer der ganz ersten
Blackburn-Lowrider in Europa. Direkt aus Colorado, USA bezogen.
Dank des US-Radreisenden Jim Jennings, den ich Anfang der Achtziger in den Alpen traf.


Feine und sehr dauerhaft funktionierende Komponenten
aus Italien und Belgien oder Schweiz ? (Bremse).
Fast schon Seltenheiten : Campagnolo Rally-Schaltwerk, mit langem Arm 3fach-Kettenblatt übersetzungstauglich und Campa Record 40 Loch Tandemnaben, was sehr widerstandsfähige Laufräder für den rauen Reisebetrieb ergibt. Schmankerl : Campa Ausfallende an der "Gazelle".
Die Umsetzung einer Idee
I. Demontage

Abspecken an der "Werkbank"

Nomen est omen ?
Die Basis für die L'Eroica wäre vorhanden...!

II. Aufarbeitung

TA 3fach Kettenblatt in neuem Glanz

Ein echtes Schmankerl


Feine Teile auf Hochglanz poliert
III. Montage
Nach der Reinigung und dem Fetten des Steuersatzes steht der Montage des Gazelle Renners nichts mehr im Weg. Ein letztes Posen der L'Eroica Hauptkomponenten und dann...

...geht es ab auf die Helling. Alle Lager werden neu gefettet und justiert.

Anschließend erfolgt sukzessive die Montage der Komponenten. Schaltungs- und Bremszüge werden gegen neue getauscht und fix sind Umwerfer und Schaltung justiert. An eine alte Weinmann Mittelzugbremse passen natürlich aus äthetischen Gründen keine Hightech-Bremsgummis. Aus der Tiefe der Kiste für Sonstiges krame ich noch schöne alte Bremsschuhe mit den entsprechenden Gummistoppern hervor.
Angesichts der bevorstehenden toskanischen Schotterpassagen (strada bianca) lasse ich bei den Reifen keine Kompromisse zu. 28mm Continental 4 season mit Vectran-Verstärkung bewahren mich hoffentlich vor Plattfüßen. Die Felgen haben zudem so eine hohe Schulter, dass es eine ziemliche Fummelei ist. Der 28mm Querschnitt ist ein Garant für gutes Vorankommen auf Schotter. 1984 bin ich auf dem Weg zum Nordkap mit diesem Gazelle-Rad jedenfalls mit 28er Pneus problemlos den damals noch nicht asphaltierten Trollstigen-Pass hinauf geradelt.
Da Kettenräder und Ritzel bereits ein paar Kilometer hinter sich haben, würde eine neue Kette ganz schön knirschen, da sie sich nicht in die etwas erweiterten Zahnzwischenräume einpassen würde. Daher bekommt die alte Kette noch eine Intensivpflege verpasst und fertig ist der L'Eroica Renner.

Und natürlich gibt es sofort eine kleine Proberunde. Das Steuerkopflager benötigt noch eine Feinjustierung aber ansonsten ist alles gut. Und ja, man kann auch ohne Bremsschalthebel und Rasterindizierung oder Elektroservo schalten...haha. Hier ist noch echte Handarbeit und Gefühl gefragt. Einzig die Verzögerung moderner Bremsen vermisse ich etwas. Aber ich bin ja eh überzeugter Verfechter des KISS Prinzipes :
KEEP IT SIMPLE STUPID
Ich würde keine Sekunde zögern mit diesem Rad wieder eine Langtour zu starten.
Gazelle in der Toscana, L'Eroica 2013


Im Anschluss an die absolvierte L'Eroica 2013 durchlief das Rad eine gewisse Metamorphose.