
Gazelle Vintage
Im Stil historischer Racer
Fasziniert von den Räder und dem Geschehen rund um die L'Eroica 2013 wurde es Zeit der alten 1984er Gazelle ein neues Kleid zu verschaffen. Die Inspiration dazu ging eindeutig von den alten Rädern der 1920er und 1930er aus.

Demnach ist ein Starrgang Antrieb ebenso Pflicht, wie einige andere Old Fashion Komponenten. Nachzuholen ist noch die Montage der Ghisallo Holzschutzbleche, welche von dem L'Eroica Teilemarkt in Gaiole stammen. Na ja, genau genommen sind es ja eben keine Bleche, sondern eher hölzerne Spritzschutzleisten.
Nichts passt besser auf die Sattelstütze als ein genieteter Brooks-Ledersattel. Das farblich abgestimmte Lederlenkerband ist naturlich ein "Muss". Brooks fertig seit 1866 nicht nur Fahrradsättel. Viele Moto Guzzis wurden in den 1920er und 1930er Jahren ebenfalls von Brooks mit geeigneten Sitzen ausgestattet.

Angetrieben über eine 1 1/8" Miché Bahnkurbelgarnitur und auf Laufräder gestellt, die aus Miché Primato Pista Naben und Mavic Open Pro Felgen bestehen, läuft der Vintage Racer wie Teufel...

...denn die sehr sportliche Sitzhaltung mit dem Walker Racer Track Bar turnt so richtig zum Heizen an. Der Lenker ist nach dem australischen Champion Racer Don Walker (um 1900) benannt und besteht aus solidem Tange Stahl.
Die Lackierung sowie einige Detailänderungen am Rahmen (Gewindeösen und Bremsstege) wurden dem Rahmenbauer Krautscheid (KRABO, Sprockhövel) anvertraut. Der besondere Effekt von British Racing Green, von Insidern auch Aristokratengrün genannt, beruht auf einer nass in nass Lackierung von Schwarz und Giftgrün. In der Sonne ist das viel besser als eine Metallic Lackierung !

Und demnächst mit Holzschutzblechen... Obwohl sie ja eben keine 'Bleche' sind. Und da sich 'Holzspritzschutzleisten' etwas sperrig anhört, schreibe ich einfach mal in Ahnlehnung ans Englische 'Fender'.
Im Grund ist das rassige Erscheinungsbild viel zu vollendet, um noch etwas anzuschrauben.
Es hat viel Überwindung gekostet, aber nun ist es vollbracht. Die Ghisallo-Holzfender sind montiert.
Trotz der anfänglich Abneigung die Montage zu beginnen, muss ich eingestehen, dass mich das Ergebnis begeistert. Die Fender sind nahezu Ton in Ton mit dem Brooks-Sattel sowie dem Leder-Lenkerband und erhöhen den Einsatzbereich durch ihren praktischen Nutzen doch erheblich.

Ablichtung ohne besondere Filter oder Kreativprogramme der Kamera.
Nur so kann das Farbspiel von Rahmen und Komponenten wiedergegeben werden.

Alltagstauglich mit Fendern. Und dennoch zu schade für den Alltag.

Klassische Vollendung.

Im 'Renn-Trimm' für den Tweed Run.

Dieses Rad ist im Zeitalter Weltraumtechnik entlehnter Carbonrahmen,
ein Bekenntnis zur Klassik mechanisch terrestricher Fortbewegung.
Hier geht es zum 4. Kieler Tweed Run.